Herbstsemester 2013: Prof. Dr. Kirsten Adamzik und Prof. Dr. Martin Luginbühl

Martin Luginbühl ist seit 2012 Professor für deutsche Sprachwissenschaft am Institut de Langue et Littérature Allemandes an der Universität Neuenburg, zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Medienlinguistik, Textlinguistik und Gesprächsanalyse.

Kirsten Adamzik ist seit 2004 Professorin für deutsche Sprachwissenschaft am Département de Langue et de Littérature Allemandes der Universität Genf, zu ihren Schwerpunkten in Forschung uns Lehre gehören Textlinguistik, Fachsprachenforschung und kontrastive Textologie.

Sprache und Politik

Blockseminar

Im Herbstsemester 2014 wurde mit Studierenden aus Genf und Neuenburg ein gemeinsames Seminar zum Thema „Sprache und Politik“ durchgeführt; die Ausgangsidee dabei war es, ein Lehrformat zu finden, in dem sich einerseits die Dozierenden inhaltlich ergänzen, andererseits die Studierenden mit ‚neuen’ Mitstudierenden austauschen können. Zudem wurde eine Arbeitsform gewählt, die von wöchentlichen Sitzungen mit studentischen Referaten wegkommt. Ausgeschrieben wurde die Lehrveranstaltung für MA-Studierende sowie für fortgeschrittene BA-Studierende im Fach Germanistik der beiden Universitäten.
Das Seminar führte am Beispiel der Schweizer Politik (z.B. mit laufenden Abstimmungskampagnen) in aktuelle Fragen der Politolinguistik ein und führte zudem Forschungsfragen der Textlinguistik, der Medienlinguistik sowie der kontrastiven Textologie, also der sprachvergleichenden Textlinguistik zusammen. Im Zentrum standen ausgewählte für die politische Kommunikation zentrale Text- und Gesprächssorten, wobei das Spektrum von Abstimmungskampagnen online und offline über Parteizeitungen und politische Fernsehdiskussionen bis zu Verwaltungstextsorten reichte. In den Diskussionen wurden sprachliche Einheiten unterschiedlicher Ebenen ins Blickfeld genommen (Schlagwörter wie „Überwachungsbehörde“ oder „EU-Technokratie“, Metaphern wie „Bilaterale abholzen“, Argumentationsmuster, Text- und Gesprächssorten, darüber hinausgehende Diskurse, Text-Bild-Verhältnisse etc.) und das unterdessen breite Methodenspektrum der „Politolinguistik“ erarbeitet.

Das Seminar fand nicht in wöchentlichen Sitzungen statt, sondern bestand aus fünf separaten Sitzungen an den zwei Standorten und zwei gemeinsamen Blockveranstaltungen, eine in Genf, eine in Neuenburg. Die zweite, zweitägige Blockveranstaltung fand in Form einer kleinen Tagung statt, mit einem Gastvortrag von Melani Schröter (University of Reading), der Autorin einer Einführung in die Politolinguistik, und mit Vorträgen der Studierenden, bei denen auch Melani Schröter als Diskussionsteilnehmerin anwesend war.
Entstanden sind im Rahmen des Seminars Arbeiten zu den erwähnten Text- und Gesprächssorten, die teilweise auch eine diachrone oder sprachvergleichende (Deutsch-Französisch) Perspektive eingenommen haben.

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