Ruth Wiederkehr: Dozentin, Autorin, Redaktorin

Ruth Wiederkehr fasst ihre verschiedenen Tätigkeiten mit dem Begriff Vermittlerin zusammen. Sie hat an der Universität Zürich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Allgemeine Geschichte und Völkerrecht studiert und schloss mit einer Dissertation im Bereich der Mediävistik (Ältere Deutsche Literatur) ab.

Beschreiben Sie in 4-5 Sätzen Ihre aktuellen beruflichen Tätigkeiten und was Sie daran besonders schätzen.
Ich arbeite mit einem Pensum von 60 bis 80 Prozent als Dozentin für Kultur und Kommunikation an der Hochschule für Technik FHNW. Hier unterrichte ich angehende Ingenieurinnen und Ingenieure in ganz verschiedenen Dingen. Dazu gehören Kurse zu Auftritt und Argumentation, zu Kommunikation, zu wissenschaftlichem Schreiben sowie allgemeindbildende Fächer wie Politik und Geschichte. Zudem bin ich als „Coach“ tätig und mache dabei individuelle Schreibberatungen. Nebenbei habe ich eine Einzelfirma, die Dienstleistungen rund ums Schreiben und Vermitteln anbietet – ich schreibe Bücher zu lokalgeschichtlichen Themen, redigiere Texte und halte Vorträge zu Themen, die ich gut kenne.

Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen?
Es ist schwierig, meine berufliche Tätigkeit als „1 Beruf“ zu bezeichnen – am passendsten dafür ist wohl der Begriff Vermittlerin. Während meines Studiums absolvierte ich Volontariate bei Tageszeitungen, arbeitete als freie Journalistin – und bald auch als Lehrerin. Als Lehrerin und Journalistin fühlte ich mich in meinem Element. Durch meine Forschungstätigkeit im Rahmen der Dissertation, während der ich zu 60 Prozent an einer Schule angestellt war, wurde mir vermehrt klar: Ich will vermitteln, und zwar schreibend und unterrichtend.

Welche Fächerkombination haben Sie an welcher Uni studiert?
Ich studierte an der Universität Zürich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Allgemeine Geschichte und Völkerrecht und schloss mit einer Dissertation im Bereich der Mediävistik (Ältere Deutsche Literatur) ab. Entscheidend für die Entwicklung meiner Interessen waren auch meine Auslandaufenthalte an den Universitäten in Perugia, Italien, und Oxford, England.

Was hat Sie zu einem Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften bewogen?
Mir war immer klar: Ich will „etwas mit Sprache“ studieren. Weil ich perfektionistisch veranlagt bin, durfte dies keine Fremdsprache sein, der ich ohnehin nie ganz mächtig werden würde (bei Deutsch ebenfalls hoffnungslos, aber das merkte ich erst später!). Also entschied ich mich für Germanistik und Geschichte – eine Allerweltskombination, in der ich Veranstaltungen ganz nach meinen Interessen zusammenstellte. Und weil mich die Gegenwart und Zeitgeschichte ebenfalls sehr interessierten, und ich Paragrafen gegenüber nicht abgeneigt war, schrieb ich mich im zweiten Nebenfach für Völkerrecht ein.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus Ihrem Studium für Ihre berufliche Tätigkeit mitgenommen haben?
Strukturiertes Denken und Arbeiten.

Welche Tipps geben Sie angehenden Studierenden der Sprach- und Literaturwissenschaft mit auf den Weg?
Teste dich und bringe dich an deine Grenzen – absolviere Praktika in verschiedenen Branchen, fahre ins Ausland für ein Semester. Wo fühlst du dich in deinem Element?

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