David Vitali: Bundesamt für Kultur

David Vitali arbeitet beim Bundesamt für Kultur. Er hat an den Universitäten Zürich und Oxford lateinische und griechische Sprach- und Literaturwissenschaft sowie vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft studiert.

Beschreiben Sie in 4-5 Sätzen Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit und was Sie daran besonders schätzen.
Ich arbeite für das Bundesamt für Kultur, die Fachbehörde des Bundes für kulturelle Fragen. Unsere Abteilung, die Sektion Kultur und Gesellschaft, ist zuständig für die Förderung der Mehrsprachigkeit, der kulturellen Bildung (Leseförderung, musikalische Bildung, Schweizerschulen im Ausland) und der kulturellen Teilhabe (Laien- und Volkskultur, Jenische und Sinti) sowie für die Weiterentwicklung der Förderpolitik in diesen Bereichen. Wir befassen uns auch mit allgemeinen kulturpolitischen Fragen und Kulturstatistik. An meinem Beruf schätze ich die Vielfalt der Themen und Aufgaben, den engen Bezug zur Politik und besonders die Möglichkeit, am kulturellen Leben in der Schweiz teilhaben und dieses mitgestalten zu können. Ich bin überzeugt von der gesellschaftlichen Relevanz unserer Arbeit und ziehe daraus meine Motivation.

Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen?
Ganz zufällig! Ich bin im Rahmen einer Weiterbildung mit einem damaligen Mitarbeiter des Bundesamtes für Kultur in Kontakt gekommen. Die Inhalte haben mich interessiert und ich habe mich auf eine freie Stelle beworben. Gesucht wurde zwar ein Jurist / eine Juristin – vielleicht hat mein ungewöhnlicher Studiengang für Aufmerksamkeit gesorgt …

Welche Fächerkombination haben Sie an welcher Uni studiert?
Ich habe an den Universitäten Zürich und Oxford lateinische und griechische Sprach- und Literaturwissenschaft sowie vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft studiert.

Was hat Sie zu einem Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften bewogen?
Ich hatte am Gymnasium einen fantastischen Lateinlehrer, der mich für Sprache und Literatur der Antike zu begeistern wusste. An der Universität schrieb ich mich zunächst für Geschichte ein. Erst die Beschäftigung mit mittelalterlichen Quellentexten führte mich zurück ad fontes: Ich wollte die antiken Sprachen von Grund auf lernen. Über mögliche berufliche Perspektiven machte ich mir damals keine Gedanken.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus Ihrem Studium für Ihre berufliche Tätigkeit mitgenommen haben?
Geduld und Ausdauer im Umgang mit sperrigen Texten und Themen; Präzision im Denken und Argumentieren; Neugierde und die Bereitschaft, sich stets auf neue Aufgaben einzulassen.

Welche Tipps geben Sie angehenden Studierenden der Sprach- und Literaturwissenschaft mit auf den Weg?
Ein Studium der Sprach- und Literaturwissenschaft ist kein Spaziergang. Es braucht innere Überzeugung und Durchhaltevermögen. Und vor allem viel Lust zum Lesen!

Weitere Bemerkungen zu Ihrem Studium, Ihrem Beruf?
Das Leben ist voller Überraschungen: Ein Studium der alten Sprachen kann mitten in die Gegenwart führen. Man soll sich bei der Studienwahl von seinen Interessen leiten lassen und diesen Weg mit Überzeugung gehen.

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